Sonntag, 15. August 2010

Betr. Nakbaausstellung in der Nikolaikirche Siegen


Kirchenkreis Siegen
Superintendentin
Annette Kurschus
Annette.Kurschus@Kirchenkreis-Siegen.de


Sehr geehrte Frau Kurschuss,
für die Zeit vom 28. August bis 08. Septemer soll in der Nikolaikirche Siegen die Nakba-Ausstellung (u.a. hier angekündigt) stattfinden. Diese Ausstellung sorgte bislang für einigen Wirbel; besonders in diesem Jahr: So hat  der DGB Frankfurt auf die Aus­stel­lungs­präsentation vor kurzem mit der Begründung verzichtet, dass diese nicht zum Frieden und zur Verständigung im Nahen Osten beiträgt.
Auch innerkirchlich wurden heftige Kontroversen geführt. Die  Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Tübingen wandte sich dabei sogar mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit und unterstellte darin der  im Evangelischen Gemeindehaus „Lamm" stattfindenden  Ausstellung  u.a.  "einseitige politische  Beeinflussung"  sowie "Delegitimierung des jüdischen Staates"  und sah  durch diese sogar Grundsätze wichtiger Basiserklärungen der EKD verletzt. Parallel wurde im Schwäbischen Tagblatt eine Leserbriefdebatte (hier:  in Auszügen) geführt. Eine m. W. nichtkirchliche Inititiatve, die sich gegen die Ausstellung öffentlich wandte, kam zu dem Schluss : "Was im evangelischen Ge­mein­de­haus Tübingen derzeit gezeigt wird, ist mit dem christlichen Friedens- und Dia­log­an­spruch und einer seriösen Men­schen­rechts­arbeit nicht vereinbar." (Quelle: INISRAEL). 
Ingrid Rumpf, verantwortlich für Inhalt und Konzeption der »Nakba«-Ausstellung, reagierte auf die vorgebrachte Kritik u.a. mit einer Aussage, die an Deutlichkeit nichts vermissen lässt und einen klaren Beleg für die ganze Einseitigkeit der Ausstellung  darstellt: "In der Tat trägt die zionistisch-israelische Seite die Hauptverantwortung für die Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948." (
Reutlinger Generalanzeiger) .
Uns stellt sich die Frage: Kann eine im Geiste des genannten Zitats ausgerichtete Ausstellung wirklich im Sinne der Nikolaigemeinde bzw. der evangelischen Kirche sein? 

Dabei mag eine Entscheidung darüber, die Nakba-Ausstellung in der zentralen Siegener Nikolaikirche zu "beherbergen", nicht Ihnen, sondern der dortigen Gemeinde obliegen. Gleichwohl könnten Sie als Superintendentin dafür Sorge tragen, dass noch einmal intensiv über die oben formulierte Frage nachgedacht wird, sowie auch darüber, ob eine Durchführung der Nakba-Austellung im Hinblick auf die massive Kritik andernorts unzu erwartenden Widerstand in Siegen wirklich ratsam ist oder man nicht lieber von vornherein davon Abstand nehmen sollte. 
Uns würde es in jedem Fall sehr interessieren, wie Sie als Superintendentin darüber denken.  


Mit freundlichen Grüßen


PRO-ISRAEL-INITIATIVE "NEVERAGAIN" 

Roger Bückert


Emailkopie an einige Pressevertreter, Bekannte und Interessierte

 

ANMERKUNG: Diese Email vom 26. 07.2010 blieb bislang ohne Reaktion!